Die letzten Jahre waren hart, für alle NIO-Mitarbeiter und auch für Aktionäre. Aber es sieht inzwischen so aus, dass NIO über den Berg ist und endlich gesundes Wachstum anstreben kann. Die letzten Verkaufszahlen sehen gut aus und für das vierte Quartal 2025 erwartet das Unternehmen die erste Quartalsprofitabilität der Firmengeschichte, gestützt durch solide Margen bei neuen Fahrzeugmodellen.
Es ist der schwierigste Teil überhaupt, nämlich die Gewinnzone zu erreichen und diese nachhaltig zu stabilisieren. Wir sehen bei den großen Namen der Branche gerade, wie schnell die Marge auch bodenlos fallen kann. NIO will zu den chinesischen Automarken gehören, die den Preiskampf und den hitzigen Markt der Transformation überleben.
Onvo und Firefly: Zwei günstige Marken sollen in Europa endlich zünden
Derzeit hat man jedenfalls einen guten Ausblick, auch wenn Märkte wie Europa für NIO immer noch schwierig sind. Den 4-Meter-Stromer namens Firefly verkauft man weiterhin nur schleppend, das erste Modell seiner Art ist mit rund 30.000 Euro sehr teuer und deshalb im Preis gefallen, dennoch greift der europäische Kunde wohl doch lieber zu den europäischen Marken.

Eine zweite Chance für NIO ist Onvo, die Marke mit den erschwinglichen Mittelklasse-Modellen will langfristig auch in Europa Fuß fassen können. Die direkten Konkurrenten sind das Tesla Model Y und der VW ID.4. Außerdem hofft man immer noch auf den Durchbruch der Power Swap Stationen, dabei kann der Kunden in wenigen Minuten den Akku wechseln statt laden, das geht auch in Deutschland.
NIO ist derzeit noch recht klein und dürfte weiterhin kaum auf den Straßen zu finden sein. Aber die Marke hat sich intern weiterentwickelt, baut immer mehr Bausteine für die eigenen Fahrzeuge selbst und nutzt Synergien aller drei Marken für deren Positionierung. Spannend finde ich jedoch weiterhin das Ziel, unbedingt den Premium-Markt zu erobern, da sind immerhin Mercedes, BMW und Co. die Konkurrenz.

War von den ET5 Touring begeistert bei der Probefahrt. Der Elefant im Raum ist das Batterie-Abo-Modell. Jeden Monat knapp 250€ nur für die Batterie zu zahlen ist für Privatleute einfach nicht marktgerecht. Alternativ die Batterie für 12.000€ kaufen für ein Auto, dass um die 50.000€ schon ohne Batterie kostet ist schon heftig.
Schade, denn die Marke und Mitarbeiter in Düsseldorf sind sehr sympathisch und das Auto hat mir unglaublich gut gefallen.
Nur das Konzept eignet mMn nicht für den europäischen Markt
Also ich rate Die dringend von NIO ab. Ich selbst fahre den ET7 seit Mai 2024. Alle Versprechen von NIO verlaufen im Sand. Dringend erwartete Software Updates bleiben aus. Stattdessen bekommt der Kunde bei langersehnten Updates eine Karaoke Funktion oder im nächsten Update zuletzt im September eine Weinberatung vom Sprachassistenten. Nette Features, keine Frage, aber die wichtigsten Updates, um das Fahren zu optimieren bleiben aus. Angefangen bei sehr schlechter Verkehrszeichenerkennung, unglaublich schlechtem Fernlichtassistenen (unbrauchbar!!), synthetisch agierenden Piloten (der übrigens im Piloten auf der Autobahn verbotenerweise rechts überholt), etc. NIO hat versprochen, neue Batteriegenerationen über die Swapstationen auszurollen, aber auch das geschieht nicht. Die sogenannte B-Batterie hat eine Ladepeak von etwa 180 kW, aber die bekommt man nicht, es sei denn, Du kaufst einen neuen NIO. Sobald Du einmal die Batterie tauschst, bekommst Du mit 99,9% Sicherheit eine A-Batterie. Da hast Du um Peak 124Kw, den hält die Batterie aber nur kurz und bricht dann brutal ein. Laden am Schnellader, wird dann zur Qual. Die Swapstationen (PSS) sind langsam im Ausbau. Ein PSS ist auch nie direkt an der Autobahn, du musst also runter, dann swappen. Währenddessen darfst R aber nicht aussteigen. Du kannst dann erst im Nachgang zur Toilette oder einen Kaffe besorgen. Schaut man sich aktuelle Asiatische Autos an, dann geht nur der Vorteil des Batterietauschens schnell verloren. Denn wenn andere in teilweise unter 15 Minuten fertig mit Laden sind, musst mit dem NIO erst swappen, danach kannst Du erst zur Toilette. Dann einen Kaffee holen und im Nu sind 20 Minuten um. Wo bleibt dann der Vorteil? Du hast Kinder und willst nachts fahren? Dann viel Spaß an ewig langen Ladestopps, denn die PSS sind nur von 07:00 bis 22:00 offen. Also meine klare Empfehlung: Finger weg! Und das sagt Dir ein NIO Fahrer.
Ja, ein NIO ist5 per se nicht billig. Aber genau dass wollen NIOs auch nicht sein. Das „Luxus-Problem“ wenn man z.B. einen E-Komi sucht und bei NIO landet ist, dass das Basismodell des ET5 Touring bereits (fast) Vollausstattung, Allrad und 489PS hat. Vergleicht man den ET5 dann mit einem VW iD GTX oder entsprechend ausgestatteten BMWs oder Audi bist du immer über 75.000 €. Dann relativieren sich die NIO Preise selbst bei Kaufakku. Wenn du Mietest hast du den Vorteil, dass du das ganze Jahr im Alltag mit dem 75kWh Akku fahren kannst und dann 2x im Jahr für die Langstrecke auf einen 100kWh Upgraden kannst, sofern eine Swap-Station in der Nähe ist. Was den Ausbau der Swap-Stationen angeht, bin ich leider ähnlich pessimistisch wie Agostino. Was die Assistenzsysteme angeht haben da alle ihre Schwächen. Unsere Dienstwagen-A6 haben auch Phantombremsungen. Und mein ET5 hat noch nie rechts überholt.
Sagt ein zufriedener ET5T Fahrer ;)