Das Thema ist immer wiederkehrend und wir werden es auch immer wieder auf den Tisch bringen, bis sich am deutschen Lademarkt endlich etwas ändert. Denn wenn man beinahe 90 Cent am Schnelllader zahlt und der Preis nicht mal ausgewiesen ist, kann man das durchaus als Abzocke bezeichnen. Die hat inzwischen System.
So geschehen bei einem Elektroauto-Fahrer an einer EnBW-Ladesäule, wo dieser spontan laden musste und keinen Preis an der Station sehen konnte. Zu seinem Pech war der Ad-Hoc-Preis bei rund 88 Cent, zu dem er glücklicherweise nur 26 kWh geladen hat und kein Elektroauto mit einem großen Akku vollmachen musste.
Das große Problem in diesem Fall spielt genau da rein, was ich erst vor wenigen Tagen in einem kleinen Rant geschildert hatte. Der betroffene Kunde wählte eine seiner Karten, in diesem Fall war es eine WeCharge-Karte. WeCharge und EnBW gehören nicht zusammen, also wurde ein Roamingpreis fällig. Diesen hätte er natürlich durch WeCharge wissen können, da ist nicht zwingend direkt die Ladesäule schuld.
SmartDroid.de bei Google folgenDennoch kommt hier das Grundproblem erneut zum Vorschein: Einfach unbedarft mit der Ladekarte an eine Ladesäule fahren, das geht in Deutschland einfach nicht, insofern ihr keine schockierend hohen Preise zahlen wollt. In der Regel fällt ein deutlich höherer Roamingpreis an, weil Ladekarte und Ladesäule nicht vom selben Anbieter sind. Den Preis muss man sich in irgendeiner App raussuchen und dieser wird euch in den meisten Fällen schocken.
Ich habe das Beispiel in dem verlinkten Beitrag gebracht. Ist ja schön, wenn euch ein Anbieter einen Tarif bietet, bei dem wir irgendwas zwischen 35 und 50 Cent je kWh zahlen. Doch dieser Preis gilt halt ausschließlich an den Ladesäulen des Anbieters. Fahrt ihr nun an eine andere Ladesäule, dann wird ein Roamingpreis fällig, der auch mal 100 Prozent Aufschlag bedeuten kann.
In den Communities empfehlen die Leute oftmals die Ad-Hoc-Map oder auch diverse Routenplaner-Apps. Aber ganz ehrlich: Für mich ist es kein Fortschritt und nicht effizient, wenn ich jede Fahrt jetzt noch umfangreicher planen und mich an bestimmte Ladestationen „binden“ muss. Absoluter Irrsinn ist das.
Der „günstigste“ Ausweg ohne Überraschung ist die Ewe GO-Karte. Das sind immer noch 62 Cent, aber dafür an wirklich jeder Ladestation aller Anbieter.

Prima, da zahlt man lt. Beispiel 23,42 € für 26,476 kWh, die je nach Verbrauch vielleicht 150 km Reichweite hergeben! Bei einem Verbrenner mit einem Verbrauch von ca. 7l/100 km landet man bei einem Benzinpreis von 2 € bei 21 €. Wo ist da der vielgepriesene Vorteil??? Aber richtig ist: An jeder Sprit-Ladesäule wird der Preis angezeigt – warum nicht bei E- Ladesäulen? Hier ist der Gesetzgeber gefragt!