Volkswagen hat in den letzten zwölf Monaten verschiedenste neue Modelle in China auf den Markt gebracht und ein Teil davon wäre auch für Europa spannend. Weil die Werke in Deutschland nicht ausgelastet sind, ist genau das eine Überlegung des Konzerns. Nun könnten Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Zumindest gibt es neue Hoffnung durch eine Ankündigung für die nächste Woche. Es kündigt sich der VW-Chef für das Werk in Zwickau an. Vor wenigen Jahren war es noch das erste eine Elektrowerk eines Legacy-Herstellers und damit ein Prestigeprojekt, heute steht es aufgrund zu geringer Auslastung auf der Kippe. Für die Region ein Todesstoß.

Aber das Werk in Zwickau wird weiterlaufen, da sind sich viele sicher. Entweder durch VW selbst oder durch die Weitergabe an einen chinesischen Hersteller wie Xpeng oder BYD. Vielleicht wird nächste Woche endlich eine Entscheidung bzw. ein Plan angekündigt. Weitere hohle Phrasen kann sich die Führungsetage jedenfalls sparen, das sehen alle so.
SmartDroid.de bei Google folgenBesonders die Belegschaft fordert natürlich einen handfesten Plan für die Zukunft und vor allem klare Worte. Vertröstet mit haltlosen Aussagen wird man schon länger und das muss jetzt endlich aufhören. Oliver Blume geht nächste Woche auf Tour durch die Werke, darunter Wolfsburg, Emden und auch Zwickau.
Derzeit sieht es schwer nach einer chinesischen Lösung aus, um das Werk künftig noch maximal auszulasten. Die Frage ist nur, ob VW eigene China-Modelle nach Europa bringt und hier produziert, oder ob man das Werk möglicherweise einem chinesischen Hersteller für seine eigenen Modelle anbietet.
Dass das Werk vor dem Aus steht, obwohl VW gerade mit Elektroautos erfolgreich ist, ist für viele nicht zu verstehen. Aber es sind insgesamt noch viel zu wenig Elektroautos, die VW derzeit absetzen kann. Außerdem ist der gesamte Automarkt seit Pandemie stark zurückgegangen, darunter leiden alle und allen voran natürlich der größte Autohersteller in Europa.
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Bereits 2021 sah Herbert Diess die Wand, auf die VW zusteuert, und wollte radikale Einschnitte vornehmen. Er ist krachend am erbitterten Widerstand von Frau Cavallo (Betriebsrat) und dem Land Niedersachsen gescheitert. Heute ist die Situation ungleich ernster: Der Markt stagniert, die Konkurrenz ist weiter und der Puffer ist aufgebraucht. Oliver Blume steht vor exakt derselben Wand wie Diess vor fünf Jahren.
Aber Blume soll an deg heutigen Situation alleine Schuld sein?
Es reicht nicht mehr, wenn Frau Cavallo und Herr Lies gebetsmühlenartig fordern, dass keine Werke geschlossen werden dürfen und nun auf China-Modelle hoffen.
Wo bleiben die Gegenvorschläge?
Wenn 4 Milliarden Euro eingespart werden müssen, um vor allem die Ratingagenturen und nebensächlich Porsche SE zu beruhigen und den Konzern wettbewerbsfähig zu halten, muss die Arbeitnehmerseite endlich konkrete Gegenvorschläge zur Reduzierung der Personalkosten auf den Tisch legen – sei es durch massive Arbeitszeitverkürzung mit Entgeltverzicht (analog zum Piëch/Hartz-Modell der 1990er) oder radikale Nullrunden. Wer Werksschließungen blockiert, muss sagen, wo das Geld stattdessen herkommen soll. China-Modelle sind keine Rettung, sondern eine Nebelkerze.
Auch Her Lies sollte seine Alternativen mal aufzeigen. Welche sind davon Nachhaltig und welche sind einfach nur Luftnummern?