Audi A2 E-Tron bei Testfahrten: Elektromodell basiert nicht auf Polo, überzeugt mit Premium-Feeling

Audi A2 E-Tron 4

Audi präsentiert noch in diesem Jahr den A2 E-Tron, hat nun aber einige Journalisten den Prototyp des neuen Elektromodells fahren lassen und mehr Details neben neuen Fotos veröffentlicht. Audi hebt besonders die Effizienz des Modells hervor und den niedrigen Stromverbrauch. Doch dabei wird nicht gezaubert, unterm Kleid steckt schlichtweg MEB von VW.

Und es nicht mal die neue MEB+ Plattform mit Frontantrieb, die wir aus dem ID Polo und anderen Kleinwagen kennen, sondern die Plattform aus dem ID.3 und anderen Modellen mit neuer Antriebseinheit. Das führt unterm Strich zum Preisproblem und möglicherweise zu Nachteilen, die nicht unbedingt hätten sein müssen. Im Vergleich zum ID.3 Neo ist der Startpreis schon mal 2.000 Euro höher.

Audi A2 E-Tron 3

Wer dann wenigstens 190 PS und 58 kWh Akku will, der wird schon über 41.000 Euro liegen. Wo dann der große Akku mit 79 kWh für über 600 Kilometer Reichweite liegt, kann man sich ausmalen. Nicht nur in unseren Augen wäre der Audi A2 E-Tron auf der Polo-Plattform vielleicht schlauer gewesen. Denn der Audi kostet dadurch sehr viel „Aufpreis“ in einem Segment mit vielen Konkurrenten.

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Interessanterweise hat Audi die Journalisten sogar den mittleren Akku mit nur 58 kWh fahren lassen. Bei optimalen Temperaturen und wenig Verkehr kamen die Kollegen auf nur 12,3 kWh Verbrauch, damit wären deutlich über 400 Kilometer mit dem mittleren Akku drin. So optimal wird man aber selten durchkommen und dann liegt der Verbrauch sicherlich höher.

Im zweiten Teil der Fahrt der Kollegen waren es schon über 14,5 kWh, sind aber immer noch rund 400 Kilometer rechnerisch. Im Winter liegen wir dann aber sicherlich irgendwo zwischen 300 und 350 Kilometer, auf der Autobahn noch weniger. Der kleine LFP-Akku lädt dann nur mit 105 kW, immerhin durch eine stabile Ladekurve trotzdem in 25 Minuten für 10 – 80 Prozent.

Audi A2 E-Tron 5

Audi musste in vielen Details auf eine gute Aerodynamik anpassen und trotzdem ist der cW-Wert schlussendlich um 0,1 schlechter als beim ID.3 Neo. Dafür soll auch der elektrische Audi A2 über zwanzig Jahre später mit Platz im Innenraum bei kompakten Abmessungen überzeugen können. Wer viel rumkommt, nimmt sicherlich die 59 kWh Batterie mit deutlich über 600 Kilometer WLTP.

Abgesehen davon kann der A2 besonders mit Materialqualität, Sitzen, Akustik und wenigen Fahrgeräuschen überzeugen. Auch der Geruch wird hervorgehoben. Edison rechnet Audi hoch an, dass es hier nach Premium-Fahrzeug duftet und nicht nach Sparmaßnahme. Hier wäre der Unterschied zum ID.3 Neo noch einmal deutlicher, obwohl Audi den Innenraum bislang noch nicht komplett enthüllt hat.

Audi A2 E-Tron 6

Bis zu 326 PS gibt es für den heckgetriebenen Audi A2 E-tron, denn einen Quattro plant man trotz sportlicher S-Version leider nicht. Aber das Ding dürfte mit Heckantrieb trotzdem Spaß machen. Die eher genügsame 190 PS Variante würde sich hingegen nicht so sportlich bewegen lassen, ist dafür aber auch nicht ausgelegt.

Generell klingt das gut, was uns Audi bietet. Dass es aber an der Ladesäule keinen Vorsprung gegenüber VW und Skoda gibt, ist für mich enttäuschend. Überraschend wäre, wenn man die Winglets an den Türen wirklich beim A2 anbietet, denn bei teureren Modellen hatte sie Audi vor dem Marktstart rausgestrichen. Da man sie bislang jedoch nicht erwähnt, ist das bestimmt kein Serienfeature.

Audi A2 E-Tron Winglets

Im Kleinwagen-Segment ist das wohl die Wahl, die Audi-Kunden künftig haben werden, denn A1 und Q2 gibt es nicht mehr. Der neue Audi A2 E-tron fühlt die entstandene Lücke als Elektroauto aus. Zunächst sogar ohne Konkurrenz, allerdings wollen Mercedes bei neuer A-Klasse und BMW beim 1er künftig direkt auf 800 Volt Plattformen setzen und dann werden die Würfel neu gerollt.

Lesenswert: ID Polo oder ID.3 Neo: Warum der Kleinwagen die bessere Wahl sein kann

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