Es wird eindeutig mehr, mehr chinesische Automarken und Modelle kommen nach Europa, während die ansässigen Hersteller zum Beispiel auf dem Autosalon in Paris mehr Konzepte als echte Autos zeigten. Das liegt unter anderem daran, dass die Chinesen sehr viel schneller sind.
Die schnellere Entwicklung muss nicht immer ein Vorteil sein und ist auch nicht bei allen gewollt. BMW-Leute teilten erst kürzlich mit, dass sie die Turbo-Entwicklung gar nicht wollen, weil sie andere Probleme mit sich bringen könnte. Doch auf den gesamten Markt bezogen ist „China-Speed“ ein Problem für die anderen.
Europäische Automarken müssen alte Strukturen aufbrechen und Prozesse reduzieren
Chinesische Hersteller bringen neue Modelle laut Analyse von AlixPartners in rund 24 Monaten zur Serienreife. Etablierte europäische Autobauer benötigen teilweise bis zu 60 Monate. Derzeit ist das schnelle Nachschieben neuer Modelle ein deutlicher Vorteil, das kennen wir so ähnlich auch aus anderen Branchen.
SmartDroid.de bei Google folgenDazu kommt, dass die Chinesen durchschnittlich rund 10.000 Euro Preisvorteil gegenüber den Wettbewerbern in Europa haben, was kein Pappenstiel ist. Aktuell sind in Europa noch zusätzliche Zölle auf importierte Elektroautos aus China fällig, doch allein dadurch kann der Nachteil nicht ausgeglichen werden.
Denn zugleich kämpfen die europäischen Marken mit gesunkenen Margen, von einst (2021) über 13,2 Prozent auf zuletzt (2025) nur noch 6,9 Prozent. Der finanzielle Spielraum von VW und Co. ist massiv gesunken. Die Analysten mussten schlussendlich noch feststellen, dass über 15 Fahrzeugwerke in Europa mit weniger als 60 Prozent Auslastung laufen.
Die Europäer müssen schneller und günstiger werden, sie müssen mehr in die Zukunft investieren. Das ist keine neue Erkenntnis, doch das Zeitfenster dafür wird immer kleiner. Zumal chinesische Hersteller nun zunehmend in Europa produzieren, daher noch schneller und näher am Kunden sind. (via Automobilwoche)
