Vor einigen Jahren haben die westlichen Märkte Huawei nachhaltig vertrieben, der chinesische Konzern wurde besonders durch seine Beteiligung an kritischen Infrastrukturen irgendwann nicht mehr akzeptabel. Das scheint vergessen, nun holt EnBW mit XCharge einen chinesischen Ausrüster ins deutsche Ladenetz.
Es gibt nicht nur deshalb große Bedenken. Auch meiden einige Firmen chinesische Elektroautos, die mit Mikrofonen und Kameras ausgestattet sind, es besteht die Gefahr und Angst vor Spionage. Der Schritt von EnBW langfristig mit XCharge zusammenzuarbeiten, wird daher kritisch gesehen. Für XCharge wird argumentiert, dass das Unternehmen heute aus den USA und Deutschland operieren würde.
Obwohl XCharge westlich wirkt, haben Recherchen eine tiefe und ursprüngliche Verwurzelung mit China ergeben. Das kann zum Problem werden, denn einige Bundesländer stufen die Schnellladeinfrastruktur offiziell als sicherheitsrelevanten Bereich ein. Es gibt Bedenken davor, dass Unternehmen wie XCharge auf sensible Daten zugreifen könnten.

Besonders kurios. Baden-Württemberg ist ein großer Anteilseigner von EnBW und sieht das Ladenetz als kritische Infrastruktur, nun lässt ausgerechnet EnBW jedoch den chinesischen Partner rein und das für viele Jahre. EnBW argumentiert mit umfangreichen Sicherheitsprüfungen bevor die Zusammenarbeit zustande kam.
Die Entscheidung für XCharge sorgt zwar für eine schnelle Skalierung des Netzes, schafft aber eine neue Abhängigkeit von proprietärer Software und Fernwartungsschnittstellen eines Herstellers, der nicht vollständig der europäischen Rechtsprechung unterliegt. Sonderlich gut kommt ein solches Vorgehe nicht mehr an.
EnBW steht nicht nur wegen XCharge im Kreuzfeuer, vor wenigen Tagen wurde das Unternehmen medienwirksam von Elektroauto-Kunden bestreikt. Hintergrund ist auch hier der Tarif-Dschungel, für den EnBW natürlich nicht allein verantwortlich ist, aber sich auch nicht mehr positiv daraus hervorheben kann.
