Lobbygruppen der europäischen Autoindustrie versuchen gerade, Hybride und Verbrenner länger am Leben zu lassen. Sie wollen Ziele der Emissionsfreiheit und andere Faktoren in Europa für die nächsten Jahre lockern. Nun haben Verbände, die für das Elektroauto stehen, mal vorgerechnet, was das in den nächsten Jahren bedeuten bzw. verändern wird.
So könnte der Anteil der reinen Elektroautos bei den Neuzulassungen bei einem aktuellen Niveau von ca. 20 bis 21 % länger verharren. Tatsächlich hatte man aber eigentlich damit gerechnet, dass die aktuelle Gesetzgebung den Elektroanteil bis Ende des Jahrzehnts sogar auf 57 % steigen lassen könnte.
Die Folgen der Lockerung für 2035
Auch bis 2035 würde sich natürlich der Unterschied bemerkbar machen, wenn es zu Lockerungen käme. Statt der anvisierten 100 % Anteil für elektrische Neuzulassungen würde das dann einen Anteil von nur noch ca. 52 % bedeuten.
Und diese Zahlen sind fast noch viel krasser: Die Europäische Union müsste schätzungsweise ungefähr Öl im Wert von 74 Milliarden Euro zusätzlich importieren. Und natürlich würden die CO2-Emissionen im europäischen Straßenverkehr wieder deutlich höher ausfallen. Da redet man von 2,4 Millionen Gigatonnen, wenn es zu diesen abgeschwächten Vorgaben nun käme.

Wettbewerbsnachteil gegenüber China befürchtet
Experten sehen es ganz klar: Wenn der regulatorische Druck auf die Hersteller nachlässt beziehungsweise gelockert wird, dann würde das unweigerlich dazu führen, dass preiswerte Elektroautos im Massenmarkt deutlich langsamer ankommen und angenommen werden.
Außerdem steht ganz oben auf der Liste natürlich ein Wettbewerbsnachteil gegenüber China. Das haben andere Experten auch schon in den letzten Wochen immer wieder betont: Wenn die EU und wenn die europäischen Hersteller sich hier jetzt wieder zu sehr auf Verbrennertechnologie fokussieren, könnte sie das um Jahre zurückwerfen und das könnte am Ende sogar die Existenz kosten.
Blick in die Zukunft ist eher schwierig
Diese Berechnungen sind natürlich basierend auf aktuellen Annahmen. Wir sehen allein durch den US-Präsidenten, wie schwierig sich Weltgeschehen über Jahre hinweg „berechnen“ oder vorhersehen lässt. Schlussendlich wird aber allen klar sein, dass die unmittelbare Umwelt länger leidet und wir weiterhin stark von Öl abhängig sein werden, wenn man die Vorgaben lockert.
