Dass der Name Nokia, für das er heute steht, nichts mehr mit dem einst bedeutendsten Mobilfunkhersteller der Welt zu tun hat, dürfte den meisten klar sein. Über die letzten Jahre hat der finnische Telekommunikationspionier eine starke Entwicklung durchgemacht. Der ebenfalls finnische Hersteller HMD Global hat damals Microsoft die Namensrechte zum Vertrieb von Smartphones unter der Marke von Nokia abgekauft, sodass Nokia schon lange nicht mehr drin ist, wo es draufsteht.

Die Strategie, den Markt mit einem undurchdringlichen Portfolio an Einsteiger- bis Mittelklassegeräten zu überfluten, hat bislang nicht zu durchschlagendem Erfolg geführt. Inzwischen wurde das Angebot ungeheuer verschlankt. Hat man sich dann doch mal in Highend-Fahrwasser getraut, hat es aber auch nicht wirklich überzeugend funktioniert, wie an dem Nokia 9 PureView zu sehen war.

Zeiss und HMD gehen getrennte Wege

Dieses ambitionierte Smartphone war allerdings ein Zeichen für eine (erfolgreiche?) Partnerschaft zwischen HMD Global und dem deutschen Unternehmen Zeiss – die jetzt nicht ganz überraschend ein Ende findet.

„Nach langer und erfolgreicher Zusammenarbeit haben sich Zeiss und HMD Global darauf geeinigt, ihre nicht-exklusive Partnerschaft, die auch die Zusammenarbeit bei Bildgebungstechnologien für Smartphones der Marke „Nokia“ mit Zeiss als Beratungs- und Entwicklungspartner umfasste, im Jahr 2021 nicht zu verlängern“, heißt es in einem offiziellen Statement. Zeiss hat sich damit aber nicht aus dem Smartphonegeschäft zurückgezogen. Noch immer arbeiten sie mit Sony und Vivo zusammen.

Auch wenn Performance unter der Haube und Software nicht unbedingt der starken Konkurrenz von Xiaomi und Co. das Wasser reichen konnte, immerhin konnte sich HMD auf die Kameraqualität von Zeiss stützen. Dass die nun weggefallen ist, ist in meinen Augen durchaus ein schlechtes Zeichen für den Fortbestand der Marke. Vielleicht kündigt sie aber auch eine völlige Kehrtwende in der Strategie an und HMD bekommt das Ruder noch herumgerissen. Was glaubt ihr?

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. HMD konzentriert sich sehr stark auf den Enterprise-Markt. Und dort werden
    Endverbraucher-Features wie „Zeiss-Kameras“ und „Highend“ Smartphones in der Masse nicht gefordert.
    Wahrscheinlich möchte man sich eher als starke Marke für Enterprise-Kunden etablieren.

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