Cupra ist schon etwas wie eine Vorzeigemarke der Core-Gruppe von VW, deshalb durfte man wohl auch zuerst mit dem Raval das Angebot der Electric Urban Car Family eröffnen. Aber wie steht es eigentlich um Seat?
Seat ist eigentlich die Mutter von Cupra und der gleichnamige Konzern betreibt einige Werke in Spanien. In den letzten Jahren ist Seat aber immer weiter abgerutscht, die Marke hat kaum noch Bedeutung am Automarkt und wäre ohne Cupra vermutlich schon auf der Abschussliste.
Cupra ist für Seat eine treibende Kraft. Die Seat-Werke werden demnächst außerdem von den anderen Elektroautos ausgelastet, man wird auch den Skoda Epiq und den ID. Polo in Spanien bauen. Und wann fertigt Seat ein eigenes Elektroauto mit dem Seat-Logo auf der Haube?
Seat wohl ohne elektrische Zukunft auf dem Abstellgleis
Wahrscheinlich gar nicht. Weiterhin vertröstet die Konzernführung alle interessierten Kunden, dass es für Elektroautos bei Seat noch zu früh sei. Man will und darf bei der Marke scheinbar das aktuelle Preisgefüge nicht zerstören, obwohl die meisten Seat-Modelle eh schon über 20.000 Euro kosten und das würde man auch mit Elektroautos hinkriegen.
Für Cupra ist hingegen das neue Modell ab 26.000 Euro bereits ein Gamechanger. Günstiger wird man bei der Premium-Marke nicht in die Welt der Elektroautos einsteigen können. Der neue Raval sei für Cupra sogar „die größte Transformation des Unternehmens“, sagt Markus Haupt im Interview.
These: Cupra wird es künftig weiterhin als sportliche Premium-Marke geben, während Seat mit dem europäischen Verbrenner-Aus in den kommenden zehn Jahren als Automarke „auslaufen“ wird. Dafür steht man auch inzwischen zu sehr im Schatten von Skoda und mehr braucht es neben VW eigentlich nicht.
Spanische Automarke lässt Flaggschiff in China produzieren
Ein weiteres Thema im Gespräch war die Tavascan-Produktion in China, denn die spanische Marke holt das SUV aus China rüber nach Europa. Das wird sich wohl nicht ändern, weil man mit der EU eine Ausnahmeregelung erzielen konnte, um die Zölle für chinesische E-Autos zu „umgehen“.
Nun scheint eine Verlagerung der Produktion nach Europa kein Thema mehr zu sein, dazu wollte man nichts sagen. Was ich schade finde. Irgendwie erwarte ich von einer europäischen Marke mehr europäisches Denken, vor allem wenn man die Autos eh für Europa produziert. Born und Raval kommen jedoch aus Europa.
