VW zieht Reißleine: Aus für 4 Werke in Deutschland

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Foto: VW, Edit: SmartDroid

Volkswagen verkauft insgesamt zu wenig Autos und dabei spielt der Antrieb keine Rolle. Deshalb werden Werke geschlossen, die derzeit zu viele Überkapazitäten haben. In den letzten Tagen hatte sich schon ein Problem herauskristallisiert, weswegen selbst Werke wie Zwickau betroffen sind.

„Die bestehenden Geschäftsmodelle und Strukturen reichen nicht mehr aus, um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Volkswagen-Konzerns langfristig sicherzustellen.“

Jenes Werk sei kostentechnisch sehr gut aufgestellt, es gehört zu den modernsten Werken des Konzerns und ist bereits seit einigen Jahren komplett auf Elektroautos umgestellt. Doch andere Werke stehen politisch besser da. Wenn VW den Golf nach Mexiko zieht, dann werden Kapazitäten (für ID.3 und Cupra Born) in Wolfsburg frei.

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Und wenn Audi den Q4 in ein eigenes Werk zieht, dann soll auch dieses ein Modell aus Zwickau abgezogen werden. Unterm Strich bleibt für die Sachsens kein Modell übrig und daran liegt das Problem. Skoda produziert in Tschechien, die brandneuen Kleinwagen der MEB+ Plattform werden allesamt in den Seat-Werken in Spanien produziert.

Soll heißen: VW hat zu wenig Autos zu produzieren, um alle Werke adäquat auslasten zu können. 2031 soll deshalb in Emden und auch in Zwickau der Stecker gezogen werden. Bis dahin hat VW noch Zeit einen Nachfolger zu finden, weiterhin stehen chinesische Marken hoch im Kurs, die unbedingt in Europa produzieren wollen.

Zu weiteren Werken, die in den Jahren nach 2030 schließen werden, gehören wohl Neckarsulm von Audi und das Hannover-Werk von VW. Übrigens trifft es nicht allein Deutschland, auch Werke in China stehen auf der Kippe.

„Die Abfolge der sogenannten End of Productions („EOP“) und die Verlagerung von Volumina sind wie folgt geplant: (i) Emden EOP 2031 mit Neuverortung ID.4 NF (ID.Tiguan) in Mlada Boleslav, (ii) Zwickau EOP 2031 mit Neuverortung Q4e NF in Bratislava, (iii) Hannover EOP 2032 mit Neuverortung B-Space (T8) in Poznań und (iv) Neckarsulm EOP 2034 mit Neuverortung A8 NF in Leipzig.“ (NF steht für Nachfolger)

Besonders für die kleineren Regionen wie Zwickau ist das Werks-Aus der Tod, denn hier hängen deutlich über 10.000 Stellen direkt und indirekt dran. Ich bin leider gespannt darauf, sollte das Werk keinen Nachfolger finden, wie schnell es dann bergab mit meiner Heimat geht. Die allerletzte Chance sei weiterhin eine drastische Kostensenkung pro produziertem Fahrzeug.

VW verkauft seine aktuellen Elektroautos in China quasi gar nicht und der Verbrenner-Absatz sinkt (auch hier in Europa). Somit fällt ein riesiger Markt gerade immer weiter ab. Was der Konzern jetzt neu für China hat, das wird dort entwickelt und produziert, somit profitieren europäische Standorte gar nicht mehr.

Auch innerhalb von Europa läuft es nicht so gut für VW selbst. Unter den Elektroautos lag der ID.7 nur auf Rang 3 hinter Skoda Elroq und Tesla Model Y. Das elektrische Golf-Gegenstück ID.3 kam letztes Jahr nur auf Rang 6 der Verkaufszahlen, das war bislang einfach zu schwach.

Für VW soll es unterm Strich sogar um die Rettung gehen, also viel mehr als nur etwas Kostenoptimierung. Ein Insider berichtet aus einem 147 Seiten Papier, dass VW den Eisberg schon gerammt hätte, nun müssen Lecks geschlossen werden. Cariad, Moia und andere Projekte stehen vor dem Aus. (via Autonews, WiWo)

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