Wie geheim sind WhatsApp-Chats? US-Staat legt sich mit Meta an

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Verspricht WhatsApp mehr Sicherheit, als es hält? Ein US-Bundesstaat will das jetzt vor Gericht klären lassen. Die Klage wurde im Harrison County in Texas eingereicht und stützt sich auf den Texas Deceptive Trade Practices Act, das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaats.

Paxton fordert ein Urteil, das Meta den Zugriff auf Nachrichten ohne Zustimmung untersagt, dazu eine Strafe von 10.000 US-Dollar pro Verstoß. In einer Mitteilung erklärte er, WhatsApp bewerbe seinen Dienst als sicher und verschlüsselt, halte dieses Versprechen aber nicht ein.

WhatsApp wirbt seit Jahren mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (die spannenderweise vor kurzem erst bei einer anderen Meta-App, Instagram, gekillt wurde). Die sorgt dafür, dass nur Sender und Empfänger den Inhalt einer Nachricht lesen können, nicht einmal der Anbieter selbst. Genau das stellt die Klage infrage.

Eingestellte US-Ermittlung liefert die Grundlage

Grundlage ist vor allem ein Ermittler des US-Handelsministeriums, der 2025 Hinweisen nachging, Meta könne verschlüsselte Inhalte einsehen. Wie Bloomberg berichtete, gehen die Vorwürfe auf einen Whistleblower und auf Aussagen früherer Auftragnehmer zurück, die bei der Inhaltsmoderation breiten Zugriff auf Nachrichten gehabt haben wollen.

Ende April wurden diese Ermittlungen aber abrupt eingestellt, angeblich auf Anweisung der Behördenleitung. Belege wurden nicht öffentlich.

Sicherheitsforscher halten eine Hintertür für unwahrscheinlich

Fachleute halten die Behauptungen für unplausibel. Eine Hintertür müsste in den heruntergeladenen Apps für Android und iOS stecken und wäre dort auffindbar. Eine mögliche Erklärung lautet, dass Inhalte, die jemand etwa wegen Belästigung meldet, im Klartext übermittelt werden, sodass Moderatoren sie sehen können.

Meta nennt die Vorwürfe „schlicht falsch“ und kündigt an, sich vor Gericht zu wehren. Einzuordnen ist die Klage auch politisch, denn Paxton steht mitten im Vorwahlkampf um einen US-Senatssitz. Für euch in Deutschland ändert sich vorerst nichts, der Streit betrifft das US-Recht. Die Debatte um die Verlässlichkeit von Verschlüsselung bleibt aber relevant.

via Heise

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