Erster Chromecast streikt: Google untersucht Ausfälle bei 13 Jahre altem Dongle

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Beim Chromecast der ersten Generation häufen sich seit einigen Tagen die Ausfälle. Viele Besitzer berichten, dass wichtige Apps wie YouTube, HBO Max, Prime Video oder Plex den Dongle nicht mehr als Streamingziel anbieten. Das Bild ist uneinheitlich: Dienste wie Spotify, Disney+ oder Crunchyroll laufen bei einem Teil der Nutzer weiter, während andere überhaupt nicht mehr erkannt werden. Auslöser der aktuellen Welle ist ein Thread im Chromecast-Forum auf Reddit.

Google untersucht den Fehler

Anders als zunächst angenommen hat sich Google inzwischen geäußert. Über den offiziellen Nest-Account meldete sich das Unternehmen im Reddit-Thread und schrieb, man untersuche ein Problem, das das Casten einiger Dienste auf Chromecast-Geräten betreffe, und werde sich mit einem Update zurückmelden. Eine Ursache nennt Google nicht.

In den Kommentaren kursiert vor allem eine technische Vermutung: abgelaufene Zertifikate. Ein anderer erinnert daran, dass genau dieses Problem schon einmal auftrat und alle Geräte lahmlegte, bis ein Fix kam. Tatsächlich hatte Google Anfang 2025 ein Update verteilt, das eine vergleichbare Casting-Störung behob.

Erste Geräte funktionieren wieder

Dass es sich um einen Fehler und nicht um ein gezieltes Abschalten handeln könnte, legen jüngste Rückmeldungen nahe. „Chromecast Gen 1 hat gestern ein Update bekommen und YouTube funktioniert wieder“, berichtet ein Nutzer, auch Uhr und Wetteranzeige seien zurück. Den offiziellen Support für den ersten Chromecast hatte Google bereits 2023 eingestellt und vor nachlassender Leistung gewarnt, aktiv abgeschaltet wurde das Gerät danach aber (zum Glück) nie.

Der erste Chromecast kam 2013 für 35 Euro auf den Markt und machte das Streamen vom Smartphone auf den Fernseher massentauglich. Über 100 Millionen verkaufte Geräte später hat Google die klassischen Dongles zugunsten von Modellen mit Fernbedienung und Betriebssystem aufgegeben, auch das Casten selbst verliert an Bedeutung.

Im Forum sorgt sich mancher daher weniger um den ersten Chromecast als um den noch viel genutzten Chromecast Audio. Andere sehen es gelassen: „Das ist ein 13 Jahre altes Produkt, sei einfach dankbar, dass Google es so lange unterstützt hat“ – und ganz ehrlich, das ist bei Googles Historie schon ein Meilenstein.

Der langsame Tod einer ganzen Produktreihe

Die aktuellen Aussetzer treffen ein Produkt, das ohnehin auf dem Rückzug ist. Google hat den klassischen Chromecast ohne eigenes Betriebssystem schrittweise auslaufen lassen und setzte stattdessen auf Geräte mit Fernbedienung, App-Store und Google TV. Selbst der Nachfolger mit Google-TV-Oberfläche ist inzwischen eingestellt, an seine Stelle ist der teurere Google TV Streamer getreten, der zugleich als Smarthome-Zentrale für Google Home und Matter dient.

Parallel bröckelt die Unterstützung auf Seiten der Apps. Netflix hat die Cast-Funktion aus seiner Android-App entfernt und damit Google Cast über viele Geräte hinweg beerdigt. Hintergrund ist auch ein nachlassendes Interesse am Casten selbst: Wir haben aufgeschrieben, warum laut Branchenangaben nur noch rund zehn Prozent der Android-Nutzer aktiv casten, seit Smart-TVs und Streaming-Boxen die Apps direkt mitbringen.

via Smarthomeassistent

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