Politisches Beben spüren wir derzeit weltweit, hier in Europa und erst recht auch in Amerika. Man kann Angela Merkel vorwerfen, ein gespaltenes Land und sogar Europa zu hinterlassen, der amerikanischen Orange kann man sogar noch viel mehr vorwerfen. Und trotzdem sollten wir in vielen Dingen auch das Gute sehen. Ich sehe im amerikanischen Handelsembargo gegen […]

Politisches Beben spüren wir derzeit weltweit, hier in Europa und erst recht auch in Amerika. Man kann Angela Merkel vorwerfen, ein gespaltenes Land und sogar Europa zu hinterlassen, der amerikanischen Orange kann man sogar noch viel mehr vorwerfen. Und trotzdem sollten wir in vielen Dingen auch das Gute sehen. Ich sehe im amerikanischen Handelsembargo gegen Huawei nicht nur schlechte Seiten, denn mit seinem reaktionären Handeln sorgt der amerikanische Präsident zugleich auch dafür, dass wir unseren Konsum und die Herkunft der genutzten Technologie etwas mehr hinterfragen.

Immerhin ist Huawei ein riesiger Konzern, der die Marktführung für Smartphones plant und mit seiner Funktechnologie zig Netzbetreiber weltweit versorgt. Huawei ist jetzt natürlich die exemplarische Zielscheibe und womöglich kein Spionageunternehmen der Chinesen. Trotzdem kommt bei mir seit einigen Wochen immer wieder die Frage auf: Wie viele chinesische Geräte in meinem Haushalt sind denn noch gesund? Und muss ich wirklich ständig mein ganzes Leben auf amerikanischen Plattformen teilen? Mir geht es dabei weniger darum, wieder mehr regional zu denken, was ich sowieso für falsch erachte, sondern um das große Ganze.

Was passiert mit meinen Daten?

Niemand kann mir mit totaler Sicherheit sagen, was mit meinen freiwillig verteilten Daten tatsächlich passiert. Ob die Bilder meiner chinesischen Sicherheitskamera nicht doch irgendwo zu sehen sind und wie sehr die Privatsphäre verletzend so ein amerikanischer Smarthome-Lautsprecher eben doch sein kann. Amazon, Google, Xiaomi, Huawei und Co., sie alle versprechen uns eine intelligente Zukunft und smarte Gegenwart. Aber sollen wir das alles so hinnehmen oder lieber eine Frage mehr stellen?

Wir brauchen neue politische Kräfte, die ich zwar in keiner Regierung sehen will, die aber den alt eingesessenen Volksparteien endlich wieder einheizt. Stillstand ist auf Dauer nicht gut, also muss man die Politik in Europa und den USA mal wieder aus dem Tiefschlaf holen. Genauso wichtig ist es, dass Europäer und jetzt auch die Amerikaner genauer prüfen, was und wie weit es die mächtigen Tech-Konzerne treiben. Zu lange konnten Konzerne und Politiker einfach alles machen, weil es uns kleine Schafe nicht weiter interessiert hat.

Scheiß drauf, wie das mit Artikel 13 und Co. noch werden wird. Ich bin da übrigens guter Dinge. EU-Politiker haben es unfreiwillig geschafft, dass die jüngere Generation wieder Bock auf Politik hat. Wieder fragt und selbst anpacken will. Jeder für sein eigenes Thema, das zeigen auch die „Fridays for Future“. Schulpflicht hin oder her, die jüngsten Generationen sind nicht automatisch dumm und desinteressiert, nur weil sei häufiger Instagram-Filter nutzen. Ich habe das Gefühl, dass nach Jahren der „Stille“ wieder mehr gefragt wird.

Es ist gut so, wie es jetzt ist.

Bild: Mika Baumeister

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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