Volkswagen macht eine weitere Baureihe elektrisch und zwar sind es die sportlichen GTI-Sonderversionen. In diesem Fall kann man wirklich von einer besonderen Version sprechen, denn der ID.3 Neo GTI ist nicht nur der erste elektrische GTI im Golf-Segment, sondern das auch noch mit einem Heckantrieb.
GTI steht bislang für den Frontantrieb, auch beim ID Polo GTI konnte man das übertragen, weil die elektrischen Kleinwagen auf MEB+ grundsätzlich über die Vorderachse angetrieben sind. Die originalen Modelle auf MEB-Basis sind es jedoch nicht, hier sitzt der Antrieb auf der Hinterachse. Das Auto schiebt und wird nicht gezogen, bei Elektroautos ein Vorteil für die Fahrdynamik.

Für echte GTI-Kenner wird das jedoch eine große Umgewöhnung sein, dass der Antrieb nun vollelektrisch ist und auch noch an der Hinterachse sitzt. Aber VW macht nicht alles anders, denn einen Allrad gibt es freilich nicht. Dafür deutlich über 300 PS, die gibt es bei den Verbrennern erst ab der Clubsport-Ausführung.
SmartDroid.de bei Google folgenDen ID.3 gab es schon sportlich und zwar als GTX. Das war eine Annäherung an GTI, aber jetzt will es VW richtig machen. Dass man in einem Jahr gleich zwei elektrische GTI bringt, das überrascht uns dann doch und scheint eine herausgefilterte Nachfrage bedienen zu wollen. Zumal die Konkurrenz schon voll dabei ist, Kia hat zB alle EV-Modelle (oberhalb des EV2) als GT-Version im Sortiment.

Eben jenen gilt es zuschlagen, den Kia EV4 GT. Das schafft VW nach reinen Leistungsdaten nicht ganz, die 326 PS beschleunigen in 5,6 Sekunden auf 100 km/h und somit ebenbürtig mit dem Südkoreaner. Obwohl VW sogar noch deutlich mehr Drehmoment aus seiner E-Maschine holt, nämlich satte 545 Nm. Die Obergrenze sind übrigens 200 km/h, also noch 10 km/h mehr als beim ID Polo GTI.
Der integrierte Akku ist hier immer 79 kWh groß und das „Schnellladen“ bleibt bei den bekannten 29 Minuten des normalen ID.3 Neo. An diesem Punkt hat man verpasst, aus dem GTI noch etwas mehr rauszuholen, denn bei sportlicher Fahrweise wird man hier deutlich schneller raus an die Ladestation fahren müssen.

VW setzt wie schon beim ID Polo GTI auf typische GTI-Elemente innen und außen, hat das Fahrwerk (DCC) tiefer gelegt, sportliche Sitze integriert, bietet eine Launch Control und einiges mehr. Das große Versprechen ist, dass die elektrischen GTI so gut wie möglich an die DNA der Verbrenner-GTIs anknüpfen sollen.
Der „GTI“-Modus ist die fahrdynamische „Secret Sauce“ dieses elektrischen Volkswagen. Zum einen werden dabei mit einem Klick alle Antriebs- und Fahrwerksparameter auf maximale Sportlichkeit gesetzt: die Leistungsentfaltung der E-Maschine, die Progressivlenkung und das adaptive DCC-Sportfahrwerk. Gleichzeitig kann nun die neue „Launch Control“ aktiviert werden. Im selben Moment wechseln zudem die Farben der Ambientebeleuchtung dauerhaft und des „ID. Light“ als kurzer Flash auf Rot und der Screen des „Digital Cockpits“ in den „GTI-Modus“. Die Mitte der digitalen Instrumente dominiert nun das Powermeter mit der hier integrierten Geschwindigkeitsanzeige. Gleichzeitig begleitet das Geräusch eines Verbrennungsmotors die Inszenierung.
Es gibt hier nicht mehr Power als beim vorherigen ID.3 GTX, sondern vor allem mehr GTI-Elemente und dazu gehört auch eine entsprechende Abstimmung des Fahrzeugs. Und natürlich eine neuere E-Maschine, die ihre Leistung sehr konstant bereitstellen soll. Prüfen konnte das noch keiner, die erste Premiere ließ noch eine Fahrten zu.
