Wer in Deutschland mit Karte bezahlt, bekommt am Terminal immer häufiger Trinkgeldvorschläge angezeigt. Doch die Funktion kommt bei den meisten nicht gut an: Nur 29 Prozent der Deutschen finden vorgeschlagene Trinkgeldbeträge praktisch. Das zeigt eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren.
Dass voreingestellte Beträge wie ein Anker wirken und Kunden zu höheren Trinkgeldern verleiten, vermutete bereits 2023 Kollege Andreas Donath in einer Kolumne bei Golem.de. Die Bitkom-Zahlen bestätigen das nun: Rund zwei Drittel der Befragten geben an, durch die Vorschläge mehr Trinkgeld zu geben als geplant.
Eine ähnlich große Mehrheit hält es für unangemessen, wenn das Terminal nur Optionen ab 10 Prozent anzeigt. „Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit Leitplanken“, sagt Alina Stephanie Bone-Winkel vom Bitkom. Transparenz und eine ausgewogene Auswahl seien entscheidend, damit sich Kundinnen und Kunden nicht unter Druck gesetzt fühlten.
Nur gut die Hälfte der Deutschen vertraut darauf, dass digitales Trinkgeld vollständig beim Personal ankommt. Jüngere sind hier deutlich zuversichtlicher als die Generation 50+. Ob digitales Trinkgeld grundsätzlich Standard sein sollte, spaltet die Befragten nahezu in zwei Lager.

Skeptisch hahaha
Trinkgeld ist eh so ein amerikanisches Ding, aber Trinkgeld ohne jedwede Leistung ist einfach krank. Wer da was gibt, lässt sich auch auspeitschen.
Selbst wenn man Bar zahlt kommt das Trinkgeld oft nicht beim Personal an. Macht also kaum einen Unterschied. Es ist sogar häufig so das Trinkgelder in einem Topf mit den Einnahmen landen.
Wird boykottiert