BYD: 9-Minuten-Akku hat kein Hitzeproblem, ist aber ‚zu billig‘ gebaut

BYD Blade 2.0 Batterie

BYD steht für seine zweite Blade-Generation schwer unter Beschuss, der Akku lädt in neun Minuten nahezu voll und soll das über viele Jahre aushalten. Bislang hält der Akku die Kritik jedoch aus und sorgt für hohe Nachfrage in China.

Verrückt ist die Ladetechnologie von BYD, weil man sie bei der günstigeren LFP-Technologie umsetzt und teilweise auch einfach in bekannte Elektroautos per Facelift-Generation einbauen kann. Der aktuellsten Kritik, die Batterie würde zu heiß werden, entgegnet jetzt der Batterie-Chef von BYD mit einfachen Antworten.

Die Blade-Batterie nutzt eine symmetrische Struktur und eine beidseitige Kühlung, um den internen Widerstand zu senken und für eine gleichmäßige Verteilung der Temperatur in den Zellen zu sorgen. „Experten“ hatten zuletzt die Temperaturen gemessen, jedoch nur von außen und kamen auf kritische Temperaturen.

BYD habe die neue Batterie auf mehr als 1.000 vollständige Schnellladezyklen sowie extreme Langstreckenfahrten im Simulator getestet. Das reicht dem Hersteller für eine großzügige Garantie und für den globalen Serienverkauf aus. Kritik gab es dafür schon unter anderem von BMW-Leuten.

BYD sieht immer noch Potenzial in der günstigeren LFP-Technologie. Hersteller wie Volkswagen setzen auf LFP in günstigeren Einstiegsmodellen, die Chinesen setzen hingegen auf LFP in den leistungsfähigsten Sportwagen. Da herrscht offensichtlich große Diskrepanz.

Neue Batterie ist möglichst billig konstruiert

Derweil wurde die neue Blade-Batterie von einem externen Demontage-Team zerlegt und überprüft. Dabei konnte entdeckt werden, dass BYD auch hier die Komplexität reduziert, um die Batterie möglichst günstig produzieren zu können. Eine Kältemittel-Direktkühlung ohne zusätzliche Umwälzpumpen senkt Kosten und steigert Effizienz, lässt aber Fragen offen, ob das System mehrere Schnellladevorgänge in kurzer Zeit bestehen könnte.

Spannend: Das gesamte Paket ist stark verklebt, dafür wurde die Batterie erst eingefroren, damit der Kleber spröde gemacht werden und gelöst werden konnte. Dennoch konnte die Blade-Batterie nicht zerstörungsfrei demontiert werden, was wohl gegen Reparaturen spricht, wenn Kunden mal ein Problem mit der integrierten Elektronik haben sollten. Kein anderes Batterie-Paket war jemals so schwierig zu zerlegen, gibt das Expertenteam zum Protokoll.

Laden wie tanken ist beliebt

Die jetzt schon verfügbaren BYD-Modelle mit dem neuen Akku sind in China jedenfalls beliebt, dort verbaut BYD das Paket sogar in „normalen“ Mittelklasse-Autos. Schon 2026 sollen die ersten Modelle auch in Europa starten und die passenden Schnelllader werden ebenfalls entstehen, hat man jedenfalls mehrmals versprochen.

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