Volkswagen hat ein neues Elektroauto realisiert und es verbraucht extrem wenig Strom, sodass es auch ohne eine riesige Batterie sehr weit mit einer einzigen Ladung kommt. Obwohl die Rede von einer „Fahrt unter Realbedingungen“ gesprochen wird, ist das alles doch wieder sehr fragwürdig in unseren Augen.
Denn VW hat freilich ein cooles Projekt auf die Räder gestellt, doch das Fahrzeug kann nicht gekauft werden und ist in meinen Augen auch kaum alltagsfähig. Was sich VW jedoch auf die Fahnen schreibt, ist ein umfangreicher Einsatz von seriennaher Hardware.
Es ist trotz der zwei Türen ein 2+2 Sitzer und der nur bedingt sinnvolle Kofferraum (durch die niedrige Höhe) fasst dennoch 481 Liter. Beim Akku schauen wir auf lediglich 55 kWh, das DC-Laden ist mit 105 kW nicht weiter beeindruckend und der elektrische Antrieb erreicht schmale 135 PS in der Spitze. Es geht um Effizienz, ohne Ladeverluste hat das Auto nur 6,89 kWh benötigt.
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Sagen wir mal mit etwas Puffer von 5 kWh, fährt das Ding über 700 Kilometer ohne Ladung und das trotz des eher kleinen Akkus.
Aber für seine „Performance“ und für das Platzangebot ist es halt einfach mal 4,77 Meter lang. Es ist also ein ID Polo oder ID Cross, vor allem weil diese Technik hier eingesetzt wird, in einer sehr effizienten Karosserie, die sich jedoch kaum für das urbane Leben eignet. Das zeigt uns VW auch selbst und legt ID Polo mit dem Sondermodell übereinander.


Ist also insgesamt schon ein cooles Projekt, jedoch vor allem mit der heutigen Serientechnik und daher nicht wirklich ein Ausblick auf die Zukunft. Ich sehe es aus Kundensicht und der hat hiervon halt gar nichts, außer ganz viel Theorie. Zum Vergleich: Im realistischen Alltag bringt das Antriebskonzept in kaufbaren Autos (ID Polo und Co.) ca. 300 Kilometer Reichweite.
Insgesamt ist man knapp über 1.278 Kilometer unterwegs gewesen, das auf echten Autobahnen und Straßen. Maximal 138 km/h war man schnell und durchschnittlich sind es 67 km/h gewesen. Wie VW selbst anmerkt, ist dieses Auto wesentlich effizienter als die kaufbaren Modelle. Bei 80 km/h liegt der Effizienzvorteil der aerodynamischen Karosserie gegenüber dem Serienmodell ID Polo bei mehr als 30 Prozent.
Ist man mit diesem Auto 140 km/h schnell, denn darf man mit einem ID Polo für denselben Energieverbrauch maximal 100 km/h schnell fahren. Wollte uns VW damit also beweisen, was die tatsächlichen Serienautos heute noch nicht können? Das ist gelungen.

Hätte man uns künftige Technologie in einer sinnvollen Karosserie gezeigt, wäre ich sehr viel beeindruckter gewesen. So bleibt die Erkenntnis, dass eine aerodynamische Form den Verbrauch reduziert, was jetzt nicht sonderlich überraschend kommt, alles andere ist in meinen Augen vor allem großes PR-Tamtam.
Was man hoffen darf: VW hat sich hier auch im Leichtbau versucht und davon wird sicherlich was im Alltag ankommen. Aber auch dann ist das Endergebnis leider kaum der Rede wert, wenn ein künftiges alltagsfähiges Elektroauto aufgrund leichterer Elemente 1.500 statt 1.600 Kilo wiegt, wird man damit nicht sehr viel weiter fahren. Es sind kleine Schritte, die da wirklich beim Kunden ankommen.
Beitrag später erweitert und ergänzt.

Wie immer: Hauptsache dagegen und unbedingt noch irgendetwas Negatives über einen deutschen Hersteller finden. Der Kommentar ist dabei weniger sachlich als polemisch. VW stellt einen seriennahen Technologieträger vor, der mit einem Serienantrieb des ID. Polo auf einer 1.278 km langen realen Strecke gerade einmal 7,51 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten benötigt und daraus wird ein „großer Witz“.
Natürlich kann man kritisieren, dass das Auto nicht käuflich ist und die Karosserie nicht für jeden Alltag sinnvoll wäre. Aber daraus abzuleiten, der Kunde habe „gar nichts davon“, ist schlicht Unsinn. Genau darum geht es bei einem Technologieträger: zu zeigen, welches Potenzial in vorhandener Technik steckt und welche Erkenntnisse später in Serienfahrzeuge einfließen können. Dazu kommen konkrete Entwicklungen bei Aerodynamik, Reifen, Bremsen und Leichtbau.
Besonders absurd wird es, wenn der reale Rekord anschließend praktisch als Beweis dafür verkauft wird, dass VW mit seinen Serienautos nichts könne. Man muss das Projekt nicht feiern aber wer aus einem beeindruckenden Effizienzrekord zwanghaft einen „Witz“ machen muss, betreibt keine kritische Einordnung mehr, sondern befeuert nur noch die eigene Agenda…
Ein völlig am Alltag vorbei gestaltete, dafür aerodynamische Karosserie, bringt Vorteile beim Verbrauch. Wer hätte das gedacht. Unter seriennah hätte ich mir halt schon gewünscht, was dem wirklich entspricht und zwar auch bei der Karosserie. Realistische 500 Kilometer Autobahn mit einem Auto, das man im Alltag wirklich gut einsetzen kann, fände ich dann deutlich beeindruckender und nützlicher für den Kunden als das.
Das ist doch genau das Problem an deinem Artikel: Die sachliche Kritik ist eigentlich schnell erzählt, aber du blähst sie mit Polemik zu einem „großen Witz“ auf.
Natürlich ist eine aerodynamische Karosserie effizienter. Genau darum geht es bei dem Technologieträger: zu zeigen, was mit konsequenter Aerodynamik aus einem Antrieb herauszuholen ist, der aus dem ID. Polo stammt. Dass daraus kein 1:1 alltagstaugliches Serienauto entsteht, behauptet VW auch überhaupt nicht.
Dein Wunsch nach 500 km Autobahnreichweite in einer normalen Karosserie ist eine andere Zielsetzung.
Aber daraus werden bei dir „kaum alltagsfähig“, „der Kunde hat hiervon gar nichts“ und schließlich „großer Witz“. Das ist keine sachliche Einordnung mehr, sondern schlicht polemisches Framing und, das hier auf der Seite übliche, VW Bashing. Einen tatsächlich erreichten Effizienzrekord auf 1.278 km realer Strecke so abzuwerten, nur weil dir die Karosserie nicht gefällt, sagt letztlich mehr über den Artikel und die Motivation dahinter als über das Projekt aus…
Stimme meinem Vorredner zu. ich bin selber Ingenieur und weiß aus eigener Erfahrung, manche Dinge muss man einfach ausprobieren. Sie werden Erkenntnisse gewonnen haben die zukünftige Fahrzeuge besser machen. Hätten sie ein Fahrzeug mit extremer Technik vorgestellt, hätte es die gleiche Kritik gegeben. Fern alltäglicher Nutzbarkeit und viel zu teuer. Wie man es macht, man macht es falsch…
Ich würde es sofort kaufen! Effizienz und Schönheit
Carmaniac hat einen guten Bericht dazu gebracht. Das Auto ist beeindruckend, einzig negativ ist, dass es nicht zum Verkauf kommen wird. Dieser Artikel hier ist pures VW-Bashing! Wir sollten stolz sein, dass wir noch etwas gegen ausländische Konkurrenz zeigen können!
Ähnlich wie das 1-Liter-Auto das damals für Aufsehen sorgte. Ein typisches Ingenieur-Projekt was zeigen soll was möglich ist. Danach kam der 3-Liter Audi A2 und VW Up auf den Markt. Gekauft wurden sie kaum. Der Kunde will Luxus, Sportlichkeit und am liebsten ein SUV. Sparen wollen die Wenigsten, erst recht nicht beim Sprit.
Die jetzt gezeigte Elektro-Spar-Version ist zumindest viel alltagstauglicher wie damals das 1-Liter-Auto. Bei beiden ist die Karosserieform ausschlaggebend.
Natürlich spricht nichts dagegen, solche Projekte auch mal kritisch einzuordnen – aber „ein Witz“ ist das Ganze nun wirklich nicht.
Eigentlich finde ich es sogar vergleichsweise Praxisnah, da gab es schon deutlich abgehobenere Prototypen. Und die Länge von 4,77 m ist ja nun auch nicht völlig absurd, klar holt mein Ioniq 5 (den ich auch mit viel Freude fahre) aus seiner Länge mehr nutzbaren Raum heraus – aber ansonsten ist er eben auch nur knapp 10 cm kürzer.
Und das Konzept, statt großer Akkus und enormer Ladegeschwindigkeiten auf Effizienz zu setzen, spart ja durchaus Geld beim Laden und Ressourcen beim Bauen.
Und mit vielleicht mal mit 150 kw Ladeleistung (ich weiß, C3 ist zur Zeit immer noch herausfordernd) wäre so ein Akku auch in unter 20 Minuten voll – wenn es dann wieder für 500 bis 600 Km auf der Autobahn weiter geht, passt das schon.
Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass so ein Fahrzeug mit den entsprechenden Anpassungen an die Serienfertigung und den Alltagsnutzen trotzdem noch viele Vorteile – und für VW durchaus mal ein Alleinstellungsmerkmal hätte. Könnten die ja mal gebrauchen. Und ja: würde dann durchaus überlegen, so etwas dann zu kaufen.
Das Video mit Alex Bloch zu dem Fahrzeug zeigt auch nochmal einen spannenden Einblick in die dahinterliegende Technik, auch das sah mir nicht nach einem Witz aus…