In den letzten Monaten war bei uns der Narwal Flow 2 zu Gast, auf den ersten Blick ein typischer Saug- und Wischroboter. Doch der getestete Roboter ist anders als viele andere, denn hier setzt auch die Wischfunktion auf eine Walze statt auf drehende Möpse (konnte ich mir nicht verkneifen).
Zwei große Vorteile des Narwal Flow 2 will ich gleich mal offenbaren. Einerseits ist das die Größe der Station, denn die fällt etwas geringer und schmaler als bei allen anderen aus, die wir in den letzten Jahren getestet und ausprobiert haben. Obwohl hier viel Technik drinsteckt, zudem zwei Wassertanks und der Beutel für die Absaugstation.
Es gibt sogar noch (optional) eine Kompaktstation mit halber Höhe. Dennoch ist auch hier erschlicht, dass so ein System ordentlich Platz benötigt:
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Obwohl der Narwal Flow 2 etwas kleiner als unsere letzten Saugroboter ist, kommt er bei unseren Stuhlbeinen trotzdem nur seitlich drunter und nicht von vorn oder hinten. Da müssen wir also jedesmal daran denken, die Stühle beim Esstisch rauszuziehen, damit er unterm Tisch und unter den Stühlen saugt.

Ein weiterer Punkt ist die extrem niedrige Arbeitslautstärke. Wenn der Flow 2 nicht über Teppich fährt, dann kann man den sogar fahren lassen, während man im selbem Raum ist, ohne davon großartig gestört zu werden. Man erwartet, dass die Reinigung irgendwie nicht funktioniert, weil er so leise ist, doch dem ist nicht so. Ein Video zur Lautstärke findet ihr hier.
Der Flow 2 kann aber auch anders, auf einem Teppich oder bei mehr Verschmutzung fährt er dann richtig hoch und wird laut wie die meisten anderen Roboter auch. Aber das ist die Ausnahme. Generell ist die Arbeitslautstärke beim Saugvorgang und Wischvorgang angenehmen, da hat sich in den letzten Jahren wirklich viel getan.
Eine große Besonderheit finden wir am Unterboden. Wie eingangs erwähnt gibt es hier zwei Rollen, denn auch die Wischfunktion setzt auf eine Rolle. Generell scheint mir das besser zu funktionieren als die horizontal drehenden Bürsten und Wischmopps. Ich bin der Meinung, dass diese Rollen den Dreck, egal ob Krümel oder Flecken, etwas besser aufnehmen.
Spannend: Zumindest die Wischrolle kann seitlich ausgefahren werden. Dabei fährt der Flow 2 zum Beispiel an Kanten entlang und kommt mit der Rolle wirklich fast in jede Lücke und Ecke. Aber natürlich sind dieser Lösung ebenfalls Grenzen gesetzt und man kommt um etwas Nacharbeit in den Details nicht herum.

Meine Frau meint, dass hier die Reinigung entlang von Kanten besser als bei allen anderen (uns bekannten) Robotern ist. Dennoch seht ihr auf dem Foto, dass immer noch etwas Abstand bleibt, wo deshalb nicht nahtlos gereinigt wird. Perfekt macht das meines Erachtens bislang kaum ein Roboter.

Ein großer Vorteil des Roboters sei das heiße Wasser für die Wischfunktion. Dennoch bleiben auch hier wirklich hartnäckige Flecken auf dem Boden, da macht der Flow 2 keine merklich bessere Figur. Sicherlich ist die Grundreinigung dennoch effizienter und aufgrund der hohen Temperaturen 60 bis 100 Grad werden weniger Bakterien übrig bleiben.
Wir sind ein recht sauberer Haushalt, bei uns liegt selten was auf dem Boden und tatsächlich ist der größte Arbeitsteil des Saugroboters einfach das klassische Staubsaugen und hin und wieder das Wischen des Parketts sowie von Bad und Küche. Mit der Reinigungsleistung sind wir dahingehend sehr zufrieden gewesen, der Flow 2 lässt uns nicht im Stich.
Natürlich wollen Narwal und Co. hier auch mit KI glänzen und angeblich kann der Flow 2 ziemlich intelligent reinigen. Aber ganz ehrlich: Ich mache in der App meine Vorgaben so gut es geht und lass das Ding einfach fahren. Wir machen die Roboter meistens an, wenn wir alle das Haus verlassen, dadurch hat man ein automatisiertes Level an Sauberkeit, das man händisch kaum gewährleisten könnte.
Ein nettes Gimmick ist die Beleuchtung, die kann man zum Beispiel als Nachtlicht im Flur verwenden:

Narwal verspricht Präzision und eine hohe Reinigungsleistung, was wir durchaus bestätigen können. Was ich nicht bestätigen kann, ist das problemlose Überfahren von größeren Schwellen (bis 40 mm laut Hersteller). Unser TV-Board im Wohnzimmer ist jedenfalls eine Hürde, die der Flow 2 nicht nimmt. Dafür ist er so schlau und probiert es gar nicht erst, andere Roboter haben sich hier auch gerne festgefahren.

Der Flow 2 hat keinen großen Sensoraufbau, wie ich das bislang gewohnt gewesen bin. Die insgesamt niedrige Bauhöhe sollte das Gerät etwas flexibler machen, um unter Sofa oder andere Möbel zu kommen. Bei uns ist jedoch ohnehin alles hoch genug.
Eine Freude ist es für uns, dass der Flow 2 automatisch die Katzennäpfe umfährt, andere Roboter haben die auch gerne mal durch die Küche geschoben. Die Notlösung wäre in der App hierfür eine kleine Sperrzone einzurichten.

Um jetzt endlich auf den Punkt zu kommen: Narwal bietet mit dem Flow 2 sicherlich ein Gerät der Oberklasse, ich würde aber auf Schnäppchenpreise zum Amazon Prime Day oder andere Aktionstage warten.
