Wohin geht die Reise bei VW, das ist in vielen Bereichen des Konzerns noch nicht so richtig klar. Kommen chinesische Modelle nach Europa? Wer tritt die Nachfolge bei Bosch für autonomes Fahren an? Steht Cariad nun endgültig vor dem Aus? Inzwischen häufen sich wieder die Fragen und nicht die Antworten.
VW soll sich beim autonomen Fahren auf Wayve festgelegt haben, ein Start-Up aus Großbritannien. Es wäre nicht die erste Entscheidung für ein Start-Up, denn auch mit der milliardenschweren Rivian-Partnerschaft ist man ein Wagnis eingegangen, das sich erst noch in den nächsten Jahren auszahlen muss.
Intern würde ein „Machtkampf um die technologische Zukunft“ toben, schreibt Spiegel vor wenigen Tagen. Wayve soll bei einem Vergleich mit Nvidia und rund zwölf weiteren Anbietern auf einer Testfahrt in einer süddeutschen Großstadt technisch und finanziell überzeugt haben. Geplant ist die KI-Software erst mal für Audi und Porsche, bislang wäre aber noch kein Vertrag geschlossen.
SmartDroid.de bei Google folgenAudi soll eine Lösung einsetzen, die man eigentlich nicht wollte
Spannend: VW hat sich für Wayve möglicherweise nicht allein aufgrund der Software entschieden, sondern auch zugunsten von Cariad. Somit bleibt die eigene Softwaresparte ein wichtiger Teil. Beim Einkauf der Nvidia-Technologie hätte man ein vollständiges Fahrsystem gewählt und Cariad wäre seine Aufgaben los gewesen.
So soll Cariad die KI-Software in die technische Lösung aus Halbleitern, Sensoren und Software integrieren, die bislang gemeinsam mit Bosch entwickelt wurde. Da reden wir über 1000 Mitarbeiter, die bei einer Nvidia-Zusammenarbeit „keine Arbeit mehr gehabt hätten“. KI-fähige Chips will man dennoch bei Nvidia einkaufen.
Auch noch interessant: Audi soll die Wayve-Lösung zuerst einsetzen, dabei hätte der Audi-Chef eigentlich gerne die Zusammenarbeit mit Nvidia bevorzugt. Was wieder zeigt, dass Marken und Konzern oft nicht an einem Strang ziehen, bis sie es dann doch müssen.
SSP, die neue Elektro-Plattform, soll auch bei Audi zuerst eingesetzt werden, wo man nun unter weiteren Verschiebungen leidet. Die Premium-Marke und ihr Chef haben es gerade nicht leicht. Derzeit leiht man sogar Werksmitarbeiter an Rüstungsfirmen und ans VW-Werk in Zwickau aus.
2027 soll der ID Every1 mit neuer Hands-free-Technologie an den Start gehen, die man noch mit Bosch gemeinsam entwickelt hat. Nun bereitet sich VW für die Zukunft vor, in der Autos vollständig autonom fahren sollen, zumindest optional.
