Andreas Mindt hat für Volkswagen eine neue Linie im Kopf und längst auch in den fertigen Autos, das zeigen vor allem die Facelift-Upgrades ID.3 Neo und ID Tiguan, aber auch gänzlich neue Elektroautos wie der ID Polo. Anders als bei anderen Marken sollen VW-Modelle vor allen Dingen eher freundlich aussehen.
Mindt hat ein Problem damit, dass sehr viele Autos eher aggressiv und bedrohlich aussehen. Andere Hersteller würden das vor allem deshalb tun, um cool zu wirken. Der Designchef im VW-Konzern bevorzugt bei Volkswagen jedoch das „freundliche Gesicht“. Er möchte nicht in einer Welt mit Autos leben, „die aussehen, als wären sie dafür gemacht, Zombies zu töten.“

Die neue Strategie von Mindt betrifft jedoch nicht alle Marken gleichermaßen, denn gerade die sportlich positionierten Fahrzeuge von Marken wie Lamborghini oder Cupra dürfen sehr wohl aggressiv aussehen. Und dem Designteam ist durchaus bewusst, dass Cupra die Gemüter spaltet, doch der Erfolg gibt Design und Marke recht.
SmartDroid.de bei Google folgenMindt will jedoch nichts davon hören, dass die neue Vorsicht beim VW-Design nun auch für den Verlust von Emotionen steht. Stattdessen setzt das Designteam auf eine Art „Geheimzutat“, sie würde laut Mindt „den Unterschied machen“. Dazu gehört eine gewisse Portion Humor, wie das frühere Golfball-Design des Golf-Schaltknaufs.

Beim ID Polo mache ich das mit dem Retro-Design. Das ist ein bewusst eingebauter Gag. Auf Knopfdruck erhält man plötzlich die analoge Instrumentierung eines Golf GTI aus den 80ern. Und das Infotainmentsystem kann sich in ein klassisches Autoradio verwandeln, komplett mit Kassettenrekorder. Beim Abspielen von Musik klingt es, als würde eine Kassette laufen.
Es gäbe außerdem hier und da kleine „Easter Eggs“, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Unter anderem gib es Wechselplaketten in den Türtafeln, die der Kunde selbst austauschen kann. Das erinnert an die vielen Details, die zum Beispiel ein Renault 5 Elektro zu bieten hat.

VW will nun tunlichst alte Fehler nicht wiederholen, die etwa nach dem Abgasskandal und daraus resultierenden, überstürzten Handlungen passiert sind. Der schnelle Wechsel auf Elektroautos führte zu den ganz schlimmen Touchbedienungen in den Autos und dem zu futuristischen Design von ID.3 und Co. Dieses Kapitel ist abgehakt. (via Autoweek)
