ID Polo oder ID.3 Neo: Warum der Kleinwagen die bessere Wahl sein kann

VW ID Polo Gelb

ID Polo und ID.3 Neo starten zwar zur gleichen Zeit, doch es sind unterschiedliche Modelle und sie stehen auf unterschiedlichen Plattformen. Wenn sich die Preise beider Elektroautos überschneiden, dann liegt hier der Polo ganz klar vorn, denn er bietet mehr für nahezu das gleiche Geld.

Wenn wir beim ID Polo bereits die Style-Variante mit dem großen Akku bekommen (37.000 Euro vor Rabattierungen), erhalten wir beim ID.3 Neo lediglich die Life-Ausgabe. Entscheidend ist dabei, dass der 52 kWh Akku beim ID Polo eine maximale Reichweite von 452 Kilometern mit sich bringt und der Elektromotor bereits 211 PS leistet, da hat der ID.3 Neo nur 412 Kilometer Reichweite und 170 PS.

VW ID.3 Neo 2
VW ID.3 Neo, Foto: VW

Nun könnte man argumentieren, dass der ID.3 Neo das größere Auto ist und in diesen Punkten besser abschneidet. Aber dem ist nicht so. VW gibt für beide Modelle den exakt selben Kopfraum für die erste Sitzreihe an und in der zweiten Sitzreihe unterliegt der „effektive Kopfraum“ im ID Polo dem ID.3 Neo mit nur 4 Millimetern. In der Innenraumbreite reden wir auch nur von wenigen Zentimetern Unterschied.

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Aber wenigstens der Gepäckraum beim ID.3 Neo ist doch größer? Nein. Denn der ID Polo profitiert von der optimierten MEB+ Plattform mit dem Antrieb vorn, die dafür hinten einen Stauraum von 441 Litern ermöglicht und damit deutlich mehr als die 383 Liter des ID.3 Neo. Erst wenn man die Sitze umklappt und mehr laden will, liegt der „elektrische Golf“ vor dem Kleinwagen.

ID Polo Kofferraum

Schaut man in die Autos rein, wird der Vorteil der vollständigen MEB+ Konstruktion gut sichtbar und vor allem sehen wir da den Grund, warum der ID Polo deutlich mehr Platz im Kofferraum hat:

VW ID Polo Antrieb
VW ID.3 Neo Antrieb

Weil der ID Polo mit dem großen Akku deutlich mehr Leistung hat, ist die Beschleunigung mit 7,1 Sekunden deutlich flotter als beim „kleinen“ ID.3 Neo (über 8,5 Sekunden). Stören könnte hier die vordere Antrieb, weil das Fahrzeug eher gezogen als geschoben wird. Ich gehöre zu den Fans des Hinterradantriebs. Und am Schnelllader ist der ID Polo mit 24 Minuten für 10 – 80 Prozent keine Sekunde langsamer als der ID.3 Neo.

Das neue Cockpit mit Android-Infotainment haben beide Autos bekommen. Unterm Strich sind die Optimierungen durch MEB+ derart umfangreich, dass der ID.3 Neo mit den kleinen Akkus kaum noch einen Sinn ergibt. Erst mit dem großen 79 kWh Akku ist das Modell in Golfgröße deutlich überlegen bei der Reichweite und kommt auf über 629 Kilometer nach WLTP.

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6 Kommentare zu „ID Polo oder ID.3 Neo: Warum der Kleinwagen die bessere Wahl sein kann“

  1. Wenn man sich die Rabatte anschaut, ist der Preis Leistungssieger der Einstiegs-Born mit 58kwh und 190ps. Den gibts mit 30% Rabatt und dadurch günstiger als den Polo..

    1. Hallo und vielen Dank für diesen Artikel. Mir ist aufgefallen, dass für den ID.Polo mehrfach die MEB+ Plattform in den Vordergrund gestellt wurde. Aber auch der ID.3 Neo ist auf dieser Plattform konstruiert.

      1. Ja, VW schreibt von „MEB+ Heckantrieb“ und trotzdem ist der ID.3 Neo ja komplett anders. Es ist wohl in Teilen MEB+, aber eben nicht die gesamte Konstruktion aus dem Polo. Habe im Beitrag auch mal die Grafiken eingefügt, da wird der Platzvorteil durch die andere Bauweise deutlich sichtbar.

        1. Vielen Dank für die Antwort und die Grafiken. Beim ID.3 neo machen sich sowohl das größere Batterievolumen als auch der Antrieb unterhalb des Kofferraums bemerkbar. Es hat durchaus Vorteile den Antrieb in den vorderen Fahrzeugbereich zu verlegen, was beim Polo zu einem entsprechenden Platzangebot führt. Den Frontantrieb muss man allerdings auch mögen, genau wie die geringere maximale Reichweite. Aber du schreibst ja auch genau von dem Vergleich zwischen identischen Batteriegrößen. Da hat der ID.Polo durchaus seine Vorzüge.

    2. Die Rabatte schaue ich bei solchen Beiträgen natürlich nicht an, denn die sind halt nur begrenzt verfügbar. Ich muss schon erst mal Listenpreis gegenüberstellen. Rabatte und andere Dinge werden erst für mich relevant, wenn ich wirklich kaufe.

      Oder umgekehrt: Immer mehr Vergleichsportale rechnen jetzt einfach die Förderung rein und werben mit günstigeren Preisen. Ich bekomme die Förderung aber nicht, was nutzen mir dann diese Schönrechnereien.

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