Zweites Leben fürs Handy: Google fördert Cloud aus ausrangierten Pixeln

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Bild: Google

Das alte Smartphone in der Schublade ist für die meisten nur Elektroschrott in Warteposition. Forscher der University of California San Diego sehen darin Serverleistung und wollen mit Googles Unterstützung 2.000 ausgemusterte Pixel zu einem Rechenzentrum zusammenschalten, das Hunderten Studierenden günstige, CO2-ärmere Cloud-Leistung bietet. Das Projekt namens „Phone Cluster Computing“ soll im Herbst 2026 starten.

Warum die Platine das eigentliche Ziel ist

Im Schnitt tauschen Menschen ihr Smartphone etwa alle vier Jahre aus, oft einfach weil ein neues Modell reizt. Die Rechenkerne der alten Geräte sind zu diesem Zeitpunkt aber noch intakt und nach Googles Angaben pro Kern teils so schnell wie die Prozessoren aktueller Server. Was fehlt, ist Größe: Ein Server hat Dutzende Kerne und viel Speicher, ein Smartphone nur eine Handvoll Kerne und 8 bis 12 GB Arbeitsspeicher.

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Wie schnell ein einzelner Prozessorkern rechnet, Pixel Fold von 2023 gegen einen typischen Server. Die blauen Balken sind die schnellen Kerne des Pixel, der schwarze Rahmen der Server. Pro Kern hält das Handy in den meisten Aufgaben mit oder ist schneller, nur hat ein Server eben viele Kerne und das Smartphone wenige.

Bild: Google

Der ökologische Hebel liegt in der Herstellung. Google rechnet den größten Teil der sogenannten grauen Emissionen, also der bei der Herstellung entstehenden CO2-Last, der Hauptplatine zu, rund die Hälfte. Wer diese Platine länger nutzt, spart neue Rohstoffe und Fertigung. Vor dem Einsatz entfernen die Forscher deshalb Display, Akku, Gehäuse und Kameras und behalten nur das Mainboard.

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Linux statt Android, Kubernetes für die Cluster

Android basiert bereits auf Linux, doch der mobile Teil des Systems wird durch eine normale Linux-Distribution ersetzt. Die Platinen organisieren sich dann in selbstverwaltenden Clustern von 25 bis 50 Geräten, gesteuert über das Container-Werkzeug Kubernetes. Laut Google entsprechen 25 bis 50 Telefone der Leistung eines modernen Servers.

Ein Test mit 20 Geräten genügte bereits, um die Abgabe-Spitzen einer Vorlesung mit mehr als 75 Studierenden zu bedienen, schneller als ein Standard-Server bei AWS. Das geplante Cluster aus 2.000 Pixeln soll rund hundert solcher Kurse gleichzeitig tragen.

Vom Vier-Handy-Versuch zum 2.000er-Cluster

Ganz neu ist die Idee nicht. Vor einem Jahr verschalteten Forscher der University of Tartu vier ausgemusterte Smartphones zu einem kleinen Rechenzentrum, das in einem 3D-gedruckten Gehäuse und mit externer Stromversorgung sogar unter Wasser Umweltdaten sammelte. Das UCSD-Projekt hebt dasselbe Prinzip auf eine andere Größenordnung: aus vier Telefonen für ein Forschungs-Setup werden 2.000 Platinen für den regulären Uni-Betrieb.

Zugleich wollen die Forscher prüfen, wie zuverlässig Consumer-Hardware im Dauerbetrieb arbeitet, eine bislang offene Frage. Vorerst bleibt das Vorhaben ein Forschungsprojekt, kein fertiges Cloud-Angebot.

SmartDroid.de als Quelle bei Google

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